Working Capital Manager Working Capital Manager

Working Capital Manager

Working Capital Manager in 5 Sekunden

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    Ausbildung

    Abgeschlossenes Studium im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder vergleichbare Ausbildung

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    Einstiegsgehalt

    60.000 € brutto p.a.

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    Spitzengehalt

    100.000 € brutto p.a.

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    Aufstiegschancen

    Top-Management

Was ist ein Working Capital Manager?

Working Capital Manager sollen sicherstellen, dass ein Unternehmen jederzeit in der Lage ist, seine kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Vor allem Unternehmen mit großer Komplexität und vielen Schnittstellen besetzen diese Position. In der Regel kommen Working Capital Manager daher in Konzernen ab etwa 1.000 Mitarbeitern oder mehreren 100 Millionen Euro Umsatz zum Einsatz.

Ihr Ziel ist es, die Kapitalbindung so weit wie möglich zu reduzieren. Die Ausrichtung und das Aufgabengebiet des Working Capital Managers hängen dabei von der Struktur des jeweiligen Unternehmens ab. Grundsätzlich lassen sich drei mögliche Schwerpunkte — und damit verbundene Backgrounds der Bewerber — festhalten:

Working Capital Manager sollen sicherstellen, dass ein Unternehmen jederzeit in der Lage ist, seine kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Vor allem Unternehmen mit großer Komplexität und vielen Schnittstellen besetzen diese Position. In der Regel kommen Working Capital Manager daher in Konzernen ab etwa 1.000 Mitarbeitern oder mehreren 100 Millionen Euro Umsatz zum Einsatz.

Ihr Ziel ist es, die Kapitalbindung so weit wie möglich zu reduzieren. Die Ausrichtung und das Aufgabengebiet des Working Capital Managers hängen dabei von der Struktur des jeweiligen Unternehmens ab. Grundsätzlich lassen sich drei mögliche Schwerpunkte — und damit verbundene Backgrounds der Bewerber — festhalten:

1. Forderungen (DSO)

Hat ein Unternehmen viel Kapital in Kundenforderungen gebunden, helfen schnelle Zahlungseingänge dabei, das gebundene Kapital zu reduzieren. Daher nimmt hier das Forderungsmanagement für den Working Capital Manager einen hohen Stellenwert ein. Hierzu zählen alle Maßnahmen, die dazu beitragen, den Zeitraum zwischen Bestelldatum und Zahlungseingang zu minimieren. Dafür ist vor allem buchhalterisches Know-how entscheidend.

Hat ein Unternehmen viel Kapital in Kundenforderungen gebunden, helfen schnelle Zahlungseingänge dabei, das gebundene Kapital zu reduzieren. Daher nimmt hier das Forderungsmanagement für den Working Capital Manager einen hohen Stellenwert ein. Hierzu zählen alle Maßnahmen, die dazu beitragen, den Zeitraum zwischen Bestelldatum und Zahlungseingang zu minimieren. Dafür ist vor allem buchhalterisches Know-how entscheidend.

2. Verbindlichkeiten (DPO)

Hat ein Unternehmen hohe Verbindlichkeiten — hierbei geht es vornehmlich um ausstehende Zahlungen — versuchen Working Capital Manager die Zahlungsbedingungen zu optimieren: Sie ergreifen Maßnahmen, um den Zeitraum zwischen Rechnungsdatum und Bezahlung zu maximieren, damit das Geld länger im Unternehmen bleibt.

Hat ein Unternehmen hohe Verbindlichkeiten — hierbei geht es vornehmlich um ausstehende Zahlungen — versuchen Working Capital Manager die Zahlungsbedingungen zu optimieren: Sie ergreifen Maßnahmen, um den Zeitraum zwischen Rechnungsdatum und Bezahlung zu maximieren, damit das Geld länger im Unternehmen bleibt.

3. Vorräte bzw. Supply Chain Management (DIO)

Wenn ein Unternehmen hohe Bestände hat, steht die Lieferkette im Fokus des Working Capital Managers: Seine Aufgabe ist es dann, den Zeitraum zwischen Wareneingang und Entnahme zu minimieren sowie Fertigwarenbestände zu optimieren. Dazu gehört zum Beispiel, den Lieferprozess zu optimieren sowie gute Incoterms mit Lieferanten zu vereinbaren. Jemand mit Detailwissen im Bereich Supply Chain kann hier wertvolle Optimierungspotenziale identifizieren.

Wenn ein Unternehmen hohe Bestände hat, steht die Lieferkette im Fokus des Working Capital Managers: Seine Aufgabe ist es dann, den Zeitraum zwischen Wareneingang und Entnahme zu minimieren sowie Fertigwarenbestände zu optimieren. Dazu gehört zum Beispiel, den Lieferprozess zu optimieren sowie gute Incoterms mit Lieferanten zu vereinbaren. Jemand mit Detailwissen im Bereich Supply Chain kann hier wertvolle Optimierungspotenziale identifizieren.

4. Controlling

Working Capital Manager können auch dazu eingesetzt werden, die gesamte Prozesskette zu optimieren. Sie machen dann Zielvorgaben für die einzelnen Bereiche und kontrollieren und analysieren die Zahlen. In diesem Fall arbeiten sie selbst weniger operativ. Gleichwohl müssen sie verstehen, wie das operative Geschäft eines Unternehmens funktioniert.

Working Capital Manager können auch dazu eingesetzt werden, die gesamte Prozesskette zu optimieren. Sie machen dann Zielvorgaben für die einzelnen Bereiche und kontrollieren und analysieren die Zahlen. In diesem Fall arbeiten sie selbst weniger operativ. Gleichwohl müssen sie verstehen, wie das operative Geschäft eines Unternehmens funktioniert.

Prozessverbesserer jenseits des Tagesgeschäfts

In allen vier Varianten kann zudem die Verantwortung der Working Capital Manager unterschiedlich ausgeprägt sein: Sollen sie operative Prozesse eigenverantwortlich steuern? Oder fungieren sie eher als Schnittstelle zwischen den operativen Einheiten und dem Top-Management beziehungsweise Vorstand? So oder so gilt: Working Capital Manager arbeiten überwiegend losgelöst vom Tagesgeschäft. Sie müssen zwar die täglichen Prozesse kennen und verstehen, konzentrieren sich aber darauf, einzelne Prozessschritte oder Bedingungen zu verbessern, um die Liquidität zu erhöhen.

Generell gehört es zu den Aufgaben der Working Capital Manager, messbare Kennzahlen einzuführen und ein Reportingsystem aufzubauen. Denn nur so können sinnvolle Ziele definiert und gemessen bzw. kontrolliert werden. Während es in manchen Unternehmen bereits eine IT-Infrastruktur dafür gibt, muss diese in anderen Konzernen erst aufgebaut werden.

Zudem erreichen Working Capital Manager in ihrem Verantwortungsbereich auch immer wieder Ad-hoc-Anfragen. Das können sowohl Rückfragen aus der IR-Abteilung zu veröffentlichten Zahlen sein als auch Detailfragen vom CFO. Auch in Krisenzeiten sind Working Capital Manager häufig gefragt: Denn gerade in einer (drohenden) Insolvenz kämpfen Unternehmen in der Regel mit Liquiditätsengpässen. In Restrukturierungen gilt es daher, relativ schnell möglichst viel Kapital freizusetzen und gebundenes Kapital zu reduzieren — ein klassischer Fall für Working Capital Manager.

In allen vier Varianten kann zudem die Verantwortung der Working Capital Manager unterschiedlich ausgeprägt sein: Sollen sie operative Prozesse eigenverantwortlich steuern? Oder fungieren sie eher als Schnittstelle zwischen den operativen Einheiten und dem Top-Management beziehungsweise Vorstand? So oder so gilt: Working Capital Manager arbeiten überwiegend losgelöst vom Tagesgeschäft. Sie müssen zwar die täglichen Prozesse kennen und verstehen, konzentrieren sich aber darauf, einzelne Prozessschritte oder Bedingungen zu verbessern, um die Liquidität zu erhöhen.

Generell gehört es zu den Aufgaben der Working Capital Manager, messbare Kennzahlen einzuführen und ein Reportingsystem aufzubauen. Denn nur so können sinnvolle Ziele definiert und gemessen bzw. kontrolliert werden. Während es in manchen Unternehmen bereits eine IT-Infrastruktur dafür gibt, muss diese in anderen Konzernen erst aufgebaut werden.

Zudem erreichen Working Capital Manager in ihrem Verantwortungsbereich auch immer wieder Ad-hoc-Anfragen. Das können sowohl Rückfragen aus der IR-Abteilung zu veröffentlichten Zahlen sein als auch Detailfragen vom CFO. Auch in Krisenzeiten sind Working Capital Manager häufig gefragt: Denn gerade in einer (drohenden) Insolvenz kämpfen Unternehmen in der Regel mit Liquiditätsengpässen. In Restrukturierungen gilt es daher, relativ schnell möglichst viel Kapital freizusetzen und gebundenes Kapital zu reduzieren — ein klassischer Fall für Working Capital Manager.

Working Capital Management und die Digitalisierung

Die Digitalisierung als omnipräsenter Treiber der Branche beeinflusst den Job des Working Capital Managers nicht nur, sie trennt vielmehr die Spreu vom Weizen. Denn sie ermöglicht nicht nur schnelle Reaktionen auf Veränderungen, was im Bereich Working Capital Management sehr wichtig ist, sondern sie ist ein absoluter Erfolgsfaktor. Denn für Unternehmen jeder Größe gilt: Je besser sie digitalisiert sind, desto besser lassen sie sich steuern.

Neben der Digitalisierung wird der Job der Working Capital Manager durch weitere Entwicklungen getrieben. So entstehen immer wieder neue Finanzierungsmodelle oder innovative Ideen, wie Unternehmen die Cash-Reserven verbessern können. Eine der neueren Entwicklungen ist hier zum Beispiel das Supply Chain Finance oder auch Reverse Factoring.

Die Digitalisierung als omnipräsenter Treiber der Branche beeinflusst den Job des Working Capital Managers nicht nur, sie trennt vielmehr die Spreu vom Weizen. Denn sie ermöglicht nicht nur schnelle Reaktionen auf Veränderungen, was im Bereich Working Capital Management sehr wichtig ist, sondern sie ist ein absoluter Erfolgsfaktor. Denn für Unternehmen jeder Größe gilt: Je besser sie digitalisiert sind, desto besser lassen sie sich steuern.

Neben der Digitalisierung wird der Job der Working Capital Manager durch weitere Entwicklungen getrieben. So entstehen immer wieder neue Finanzierungsmodelle oder innovative Ideen, wie Unternehmen die Cash-Reserven verbessern können. Eine der neueren Entwicklungen ist hier zum Beispiel das Supply Chain Finance oder auch Reverse Factoring.

Was macht ein Working Capital Manager?

  • Definition von Zielen und Maßnahmen zur Budgeterreichung

  • Erstellung von Cash Forecasts und monatlichen Cash Reports sowie Definition von Maßnahmen zur Erreichung des Cash Budgets

  • Durchführung sämtlicher Cash Management-Aktivitäten (Zahlungsverkehr, Cash Pooling, Cash Forecasting, Bankkonten-Management) sowie aufgabenbedingte Vernetzung mit allen internen Schnittstellen wie Legal, Accounting, Controlling und Tax

  • Optimierung bestehender Abläufe zur Reduzierung der Kapitalbindung

  • Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Liquiditätsfreisetzung im operativen Bereich

  • Optimierung des Vorratsvermögens, des Bestandes an Forderungen sowie der Verbindlichkeiten

  • Bearbeitung und Verwaltung von Bürgschaften und Bankgarantien

  • Kontrolle der ein- und ausgehenden Zahlungen sowie Einhaltung und Durchsetzung von Compliance-Richtlinien

  • Kontakt mit externen sowie internen Prüfern

  • Definition und Begleitung von (Sonder-)Projekten

  • Bearbeitung von Ad-hoc-Anfragen

Wie wird man Working Capital Manager?

Working Capital Manager wird man selten direkt nach dem Studium. Vielmehr sammeln die Bewerber zunächst Berufserfahrung in einschlägigen (Finanz-)Bereichen. Geeignete Bewerber bringen folgende Kompetenzen mit:

Working Capital Manager wird man selten direkt nach dem Studium. Vielmehr sammeln die Bewerber zunächst Berufserfahrung in einschlägigen (Finanz-)Bereichen. Geeignete Bewerber bringen folgende Kompetenzen mit:

Voraussetzungen für Working Capital Manager

  • Abgeschlossenes Studium im Bereich Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen oder vergleichbare Ausbildung

  • Einschlägige Berufserfahrung in den Bereichen Working Capital, Supply Chain, Buchhaltung oder Controlling

  • Verständnis für Geschäftsprozesse (Order-to-cash, Purchase-to-pay, Supply Chain Management/ Forecast-to-fulfill)

  • Erfahrung in eBanking und Treasury Systemen, »On-behalf-of«-Payment-Methoden und Cash Pooling

  • Sehr gute Anwenderkenntnisse in MS Office (Excel) sowie gute SAP-Kenntnisse

  • Ggf. Kenntnisse von HGB und IFRS

  • Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse

Was verdient ein Working Capital Manager?

Working Capital Manager verdienen im Durchschnitt zwischen 60.000 und 100.000 € brutto pro Jahr. Dabei ist das Gehaltsniveau maßgeblich davon abhängig, wie das Aufgabenspektrum des Mitarbeiters — und somit seine Verantwortung sowie die Nähe zum Management — definiert ist. Weitere Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, sind die Größe des Unternehmens, die Anzahl der Standorte und die Frage, ob der Working Capital Manager Personalverantwortung trägt.

Working Capital Manager verdienen im Durchschnitt zwischen 60.000 und 100.000 € brutto pro Jahr. Dabei ist das Gehaltsniveau maßgeblich davon abhängig, wie das Aufgabenspektrum des Mitarbeiters — und somit seine Verantwortung sowie die Nähe zum Management — definiert ist. Weitere Faktoren, die das Gehalt beeinflussen, sind die Größe des Unternehmens, die Anzahl der Standorte und die Frage, ob der Working Capital Manager Personalverantwortung trägt.

Was erwartet man vom Working Capital Manager?

Working Capital Manager sind »smarte Pfennigfuchser«: Sie nehmen die Prozesse und Kennzahlen ihres Aufgabenbereichs sehr genau unter die Lupe. Von der Freude am Umgang mit Zahlen getrieben, ist es ihr Ziel, jedes kleinste Optimierungspotenzial zu entdecken. Dabei sind sie jedoch nicht auf der Suche nach Problemen, sondern nach Lösungen. Working Capital Manager zeichnen sich durch eine sehr strukturierte und serviceorientierte Arbeitsweise aus und verfügen über Organisationstalent. Notwendige Änderungen können sie zielgerichtet kommunizieren und auch bei Gegenwind konstruktiv durchsetzen. Sie arbeiten zwar in der Regel alleine, denken aber immer im Team und behalten das große Ganze im Blick.

Working Capital Manager sind »smarte Pfennigfuchser«: Sie nehmen die Prozesse und Kennzahlen ihres Aufgabenbereichs sehr genau unter die Lupe. Von der Freude am Umgang mit Zahlen getrieben, ist es ihr Ziel, jedes kleinste Optimierungspotenzial zu entdecken. Dabei sind sie jedoch nicht auf der Suche nach Problemen, sondern nach Lösungen. Working Capital Manager zeichnen sich durch eine sehr strukturierte und serviceorientierte Arbeitsweise aus und verfügen über Organisationstalent. Notwendige Änderungen können sie zielgerichtet kommunizieren und auch bei Gegenwind konstruktiv durchsetzen. Sie arbeiten zwar in der Regel alleine, denken aber immer im Team und behalten das große Ganze im Blick.

Aufstiegschancen als Working Capital Manager

Ein Working Capital Manager ist sehr gut im Unternehmen vernetzt und kennt viele Zahlen und Strukturen. Aus diesem Grund ist die Position in manchen Fällen ein gutes Sprungbrett ins Top-Management. Allerdings ist das Aufgabengebiet auch sehr speziell: Es gibt in Deutschland nicht allzu viele Working Capital Manager, daher ist der Karrierepfad sehr eng, wenn man sich innerhalb dieses Aufgabengebiets weiterentwickeln möchte. Abzweigungen in verwandte Themenfelder wie zum Beispiel Supply Chain oder Controlling sind jedoch sehr gut möglich.

Ein Working Capital Manager ist sehr gut im Unternehmen vernetzt und kennt viele Zahlen und Strukturen. Aus diesem Grund ist die Position in manchen Fällen ein gutes Sprungbrett ins Top-Management. Allerdings ist das Aufgabengebiet auch sehr speziell: Es gibt in Deutschland nicht allzu viele Working Capital Manager, daher ist der Karrierepfad sehr eng, wenn man sich innerhalb dieses Aufgabengebiets weiterentwickeln möchte. Abzweigungen in verwandte Themenfelder wie zum Beispiel Supply Chain oder Controlling sind jedoch sehr gut möglich.

Ehret, Max
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